NATURPARK “BREÑA Y MARISMAS DEL BARBATE”

Der Naturpark “Breña y Marismas del Barbate” weist eine landschaft¬liche Vielfalt auf, die man in dieser Form woanders schwerlich finden wird.
An der Atlantikküste der Provinz Cadiz gelegen, erstreckt er sich innerhalb der beiden Gemeinden Barbate und Vejer de la Frontera úber eine Fläche von 5.077 Hektar. Die Landfläche beträgt 77 % (3.925 Hektar) der Gesamtfläche des Naturparks, während sich die reine Wasserfläche úber 23 % (1.152 Hektar) erstreckt.
Die wichtigsten Ökosysteme des Naturparks sind: Meer, Steilküsten, Pinienwälder, Feuchtgebiete und Dünen. Er ist als Vogelschutzgebiet (ZEPA) ausgewiesen und vorgeschlagen als „Gebiet von öffentlichem Interesse“ (LIC).

Steilküste

Die Steilküste, in der Region bekannt unter dem Namen “El Tajo”, stellt einen der landschaftlichen Höhepunkte des Naturparks dar. Sie ist 6 km lang und weist einen maximalen Höhenunterschied von fast 100 m auf. Sie zeigt zahlreiche sehr interessante Phänomene, wie z.B. die vom Wind geformte Vegetation, eine grosse Artenvielfalt, sehr steile Felsküste mit einer beeindruckenden Brandung in dem hier sehr sauberen Meer, grosse Vogel¬kolonien, kontrastierende Ökosysteme, den Beobachtungsturm „Torre del Tajo“ etc.
Bei den Pflanzenarten, die wir dort finden, nimmt neben der allgegenwärtigen Mittelmeerkiefer pino piñonero der Küstenwacholder eine heraus¬ragen¬de Stellung ein - begleitet von Buschwerk, bestehend aus gemeinem Wacholder, Rosmarin, Giftwacholder, Mastixsträuchern, Kermeseichen etc.: das Vorkommen des Küstenwacholders stellt in Grösse und Erhaltung nach dem im Bereich Doñana existierenden das bedeutendste in Andalusien dar.
Der Tajo ist ein wundervoller Aussichtspunkt zur Beobachtung von Seevögeln wie Pelikanen oder Sturmtauchern. Der direkte Kontakt zum Meer und die Tatsache, dass sie von Land her unerreichbar sind, fördern die Populationen vieler Vogelarten, die zahlenmässig grösste Gruppe stellen die verschiedenen Möven dar (Gelbfuss-, Lach- und Audouin-Möven). Ausserdem zu beobachten: Raubvögel wie Wanderfalken und Turmfalken sowie Kuhreiher und Dohlen.

Pinienwald

Der Wald von Mittelmeerkiefern (Pinus pinea) entwickelt sich zu einem entscheidenden Faktor zum Schutz des Bodens und der Dünen, auf denen er sich befindet. Aufgrund der Aufforstung, die Anfang des 20. Jahrhunderts begann, ist dies die vorherrschende Spezies im Bereich der Dünen und der Breña-Hügel. Ihr Nutzwert liegt im wesentlichen in der Aberntung der Pinien¬zapfen, der jährliche Ertrag liegt je nach Wetter und Zustand der Bäume zwischen 500 und 2.000 Tonnen.

Ausserdem finden wir Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis), eine in den Bergen von Las Quebradas vorherrschende Form. Gemeinsam mit den Pinien stellen der Küstenwacholder und der Giftwacholder die am häufigsten vorkommenden Arten dar. Zuweilen sieht man auch stattliche Exemplare von Olivenbäumen, vermischt mit dem Pinienwald oder auch allein stehend wie z.B. am Monte Marismas. Ein weiterer bedeutender Aspekt des Pinienwaldes ist die Tatsache, dass in seinem Einzugsbereich ein Lebensraum fuer etwa ein Dutzend unterschiedlicher Eukalyptusarten geschaffen wurde – sie wurden hier in einem Feldversuch in der Mitte des 20. Jahrhunderts von der Forstverwaltung angepflanzt.
Im Naturpark wurden inzwischen verschiedene gefährdete Pflanzenarten gefunden, von denen zwei (Juniperus oxycedrus subs. macro carpa und Silene stockenii) als akut vom Aussterben bedroht gelten und vier weitere als stark gefährdet angesehen werden (Corema álbum, Carduus myriacanthus, Sideritis arborescens subsp. perezlarae und Loeflingia baetica).
In der Fauna ist besonders das Vorkommen des Camäleons erwähnenswert – neben weiteren Reptilien wie der Perleidechse, der Eidechsennatter, Treppennatter und der Hufeisennatter sowie der Stülpnasenotter. Unter den Raubvögeln sind erwähnenswert der Mäusebussard, der Schlangenadler, der Zwergadler, der Rotmilan, die Zwergohreule, die Schleiereule und der Steinkauz. Einige der Säugetiere, die wir im Naturpark antreffen, sind Ichneumon, eine Mangustenart, Ginsterkatzen, Dachse, Füchse, Hasen, Kaninchen und Mauswiesel


Feuchtgebiete

Die Feuchtgebiete des Flusses Barbate hatten kein besseres Schicksal als andere spanische Feuchtgebiete, sie wurden in den sechziger Jahres des 20. Jahrhunderts, ein Opfer der Politik der Trockenlegung von Feuchtgebieten, die als unproduktive Zonen und Krankheitsherde galten. Ein Drainage-System von Kanälen und Schleusentoren soll das Ablaufen des Regenwassers erleichtern und verhindern, dass durch den Wechsel der Gezeiten das Meerwasser in die Feuchtgebiete eindringt.
Die Feuchtgebiete leisten aufgrund ihrer geomorphologischen, biologischen und landschaftlichen Besonderheiten einen entscheidenden Beitrag zu Reichtum und Artenvielfalt im Naturpark.
Die Vegetation wechselt je nach Grad des Einflusses der Gezeiten und der Überflutung, es existieren Gebiete, in denen die halofilas vorherrschen (die an einen hohen Salzgehalt angepasst sind), wie z.B. Spartina marítima, Salicornia ramosissima, Sarcocornia fruticosa Arthrocnemum macrostachyum. Je weiter wir uns von der Mündung ins Landesinnere entfernen, finden wir verstärkt Sumpfgebiete mit Binsen, Riedgras und Tamariskensträuchern und in den schon weiter umgewandelten Bereichen erscheint Weideland, das der Viehzucht dient.
Die Feuchtgebiete stellen ein wichtiges Ruhe- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Vogelarten dar.
In grosser Anzahl sind vorhanden die verschiedenen Möwenarten (Herings¬möwen, Gelbfussmöwen und Lachmöwen) sowie die Familie der Limicola, (Seeregenpfeifer, Sandregenpfeifer, Sumpfläufer, Rotschenkel) sowie die Ardeidae (Graureiher und Seidenreiher). Immer mehr gehört auch der Fischadler zum Erscheinungsbild der Region sowie auch der Löffler.
Ein Säugetier, das wir hier finden, ist z.B. der Nutria, der von den oberen Abschnitten des Flusses hier herunter kommt.
Wachtürme

Die Bewohner dieses Landstrichs litten jahrhundertelang unter den Angriffen von Piraten und Korsaren, die Ihre Ansiedlungen überfielen, was seit altersher ein Grund war für die Errichtung eines Netzes von Wachtürmen, das sich entlang der südlichen Atlantik- und Mittelmeerküsten Andalusiens erstreckte – mit dem Ziel, diese zu überwachen und die Bevölkerung der küstennahen Dörfer rechtzeitig vor Gefahren zu warnen.

Diese Türme hatten eher präventiven als defensiven Charakter und waren ausgestattet mit einem Alarmsystem, das aus Signalen mittels Feuer, Rauch oder Artilleriegeschützen bestand. Auf diese Weise wurden die unmittelbar benachbarten Wachtürme und die umliegenden Ortschaften über die Anwesenheit von möglichen Eindringlingen benachrichtigt.
Innerhalb des Naturparks existieren zwei Wachtürme: der Torre del Tajo und der Torre de Meca, beide wurden im Jahr 1993 restauriert.
Der Torre del Tajo, auch Torre de la Tembladera genannt, befindet sich auf dem höchsten Punkt der Steilküste. Er wurde zwischen 1585 und 1588 erbaut und stand in östlicher Richtung mit dem inzwischen verschwundenen Kastell von Barbate in Verbindung und in westlicher Richtung mit dem Torre de Trafalgar, der sich etwa neben dem heutigen Leuchtturm befand.
Offensichtlich aufgrund der eingeschränkten Sichtverhältnisse zwischen diesen beiden Türmen wurde Anfang des neunzehnten Jahrhunderts der Torre de Meca errichtet - auf dem Höhenzug, der ihm seinen Namen gab. Beide heute noch existierenden Türme stellen eine Sehenswürdigkeit erster Ordnung dar.


Meeressaum

Dieser Landstrich ist einer von drei Naturparks in Andalusien mit einer Küsten¬linie in seinem Gebiet. Die Ausdehnung des Meeresbereichs dieses Naturparks beträgt etwa eine Seemeile entlang der Küste, er besteht aus felsigen Böden, auf denen Gorgonias und gelbe Korallen wachsen und aus sandigen Böden, die einen schützenswerten Lebensraum für Seegrasarten wie die Zostera noltii bieten. In der Tierwelt sind hier vor allem neben den Weichtieren und Krustentieren die folgenden Fischarten in grosser Anzahl vorhanden:
Obwohl es sich hier im Naturpark nicht um seinen eigentlichen Lebensraum handelt, kann man von hier aus auch den roten Thunfisch beobachten auf seiner Wanderung durch die Meerenge, zusammen mit anderen Arten derselben Familie, wie z.B. den weissen Thunfisch oder den Bonito. Ebenfalls zu beobachten: der gemeine Delfin sowie der grosse Tümmler und die Meeres¬schildkröte.


Playa Hierba Buena
Playa de la Hierbabuena

El mar enfrente del Parque
El mar enfrente del Parque

Bosque del Parque
Bosque del Parque

Abejaruco
Abejaruco

Mariposa
Mariposa

La marisma desde Vejér
La marisma desde Vejer


Torre Meca


Torre del Tajo

Cabo Trafalgar
Cabo de Trafalgar

Abubilla
Abubilla

Acantilados
Acantilados

Acantilados

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